Biographie
Marcelle Cahn verfasste eine kurze Autobiografie, die im Marcelle Cahn [Katalog] veröffentlicht wurde. Dieser erschien anlässlich der vom Centre National d’Art Contemporain (CNAC) organisierten Wanderausstellung ihrer Werke, Paris, 1972.
Darin zählt sie insbesondere ihre Begegnungen mit den bedeutendsten Künstlern ihrer Epoche auf.
Detaillierte biografische Chronologie anzeigen
| 1895 | Geburt in Straßburg. Erste Zeichen- und Malunterrichtsstunden. Lernt Violine, entdeckt schon sehr jung Arnold Schönberg und schätzt seine Musik. Interessiert sich für Philosophie. |
| 1915-18 | In Berlin besucht sie die Kurse von Eugen Spiro (Porträts) und Lovis Corinth (Aktzeichnen) an der Lewin-Funcke Schule (Studienateliers für Malerei und Plastik), Kantstraße 159, Charlottenburg. |
| 1920 | Erster Aufenthalt in Paris. Besucht das Atelier von Arraujo für Zeichnen und Malerei und versucht sich an kleinen Zeichnungen mit geometrischen Formen. Beeinflusst von der Malerei Cézannes, über den sie sagen wird: „Er ist für mich ein Höhepunkt der modernen Malerei geblieben.“ |
| 1923 | Besucht Philosophie-Vorlesungen in Zürich. Nach ihrer Rückkehr nach Paris geht sie für zwei Monate an die Académie Ranson, wo Vuillard unterrichtet, und anschließend an die Académie Moderne, wo Othon Friesz lehrt. |
| 1925 | Besucht die Académie de la Grande Chaumière: Akte, Stillleben, Zeichnungen, kubistische und puristische Gemälde. Begegnet dem Galeristen Léonce Rosenberg, der sie mit Fernand Léger von der Académie Moderne zusammenbringt. Dort arbeitet sie mit Fernand Léger und später mit Amédée Ozenfant. |
| 1929 | Michel Seuphor lädt sie in die Gruppe „Cercle et Carré“ (Kreis und Quadrat) ein. Sie stellt aus und lernt Hans Arp, Sophie Taeuber-Arp, Mondrian, Kandinsky, Vantongerloo und Gorin kennen. |
| 1930-39 | Rückzug aus der öffentlichen Kunstszene. Zeichnet und malt in Straßburg. Kurze Aufenthalte in Paris. |
| 1939-45 | Zieht sich mit ihrer Mutter nach Blois, dann nach Toulouse zurück. Dort pflegt sie Kontakt zu Toulouser Malern, besucht Philosophie-Kurse sowie die Vorträge von Abbé Breuil und Pater Nicolas (christlicher Glaube und Ökumene). Ihre Mutter stirbt am 19. Dezember 1945 in Toulouse; Marcelle Cahn ist tief betroffen. |
| 1947-81 | Knüpft wieder Kontakte zu Paris und ihren alten Bekannten. Sie schafft und experimentiert unaufhörlich, angetrieben von einem innovativen Geist, der von einem reichen und diskreten Innenleben getragen wird. Um 1952 entstehen lineare geometrische Zeichnungen und Collagen; um 1953 erscheinen Relief-Bilder und lineare Bilder; um 1957 Collagen auf Fotos; um 1960 Kugel-Bilder und Raumbilder. |
| 1981 | Verstirbt im Alter von 86 ans am 21. September 1981 in Neuilly-sur-Seine. |
Nach der Biografie im Katalog der Galerie Lahumière, Paris, 1997. Ergänzt von Elsie Bohr.
Porträts & Historische Fotografien
Marcelle Cahn, 1976
Foto von Hildegard Weber
Foto von Hildegard Weber
Marcelle Cahn, 1976
Foto von Hildegard Weber
Foto von Hildegard Weber
Marcelle Cahn in der Fondation Galignani, 1976
Foto von Claude Huber, Lausanne
Foto von Claude Huber, Lausanne
Marcelle Cahn in den 1960er Jahren
Foto von Pierre Bouchey, 80 rue Daguerre, Paris
Foto von Pierre Bouchey, 80 rue Daguerre, Paris
Marcelle Cahn in den 1920er Jahren
Midget-Foto, eingetragene Marke J. LE BRIS, Paris
Midget-Foto, eingetragene Marke J. LE BRIS, Paris
Marcelle Cahn um 1900
Foto von van Bosch, 4 place Broglie, Straßburg
Foto von van Bosch, 4 place Broglie, Straßburg