Einziger Film über Marcelle Cahn
Clés du regard (Schlüssel zum Blick)
Ein wertvolles Archivdokument von RTS — Originalausstrahlung: 19. Mai 1976
Diese Ausgabe der Sendung Clés du regard aus dem Jahr 1976 bietet eine Begegnung von seltener Zartheit. Marcelle Cahn erscheint darin als eine tief von ihrer Arbeit erfüllte Künstlerin, die – wie ihr treuer Freund Michel Seuphor es ausdrückte – „das große Spiel der Kunst“ spielt.
„Ich zeichne etwas, und schon fliege ich davon“
— Marcelle Cahn
Sie liebte Farben über alles und betonte mit einer schelmischen Beharrlichkeit, dass Grau, Weiß und Schwarz sehr wohl echte Farben seien. Ihr gesamtes Dasein widmete sie der bildnerischen Forschung – eine absolute Hingabe, die sowohl von dem Maler Gottfried Honegger, der ihr Werk katalogisierte, als auch von dem Kunsthistoriker Michel Seuphor bewundert und geteilt wurde.
„Ich möchte für immer leben“, gesteht sie am Ende des Interviews mit kindlicher Unschuld. Diese bedeutende Pionierin der Abstraktion, die 1981 verstarb, durchlebte ihr Jahrhundert mit einer vibrierenden Intensität und bewahrte sich stets einen scharfen, modernen Blick auf die Welt – was besonders deutlich wird, wenn sie über den gesellschaftlichen Status der Frau und dessen Entwicklung spricht.