„Spatiaux“

Aktuelles: Is-sur-Tille: Ein Besuch zu Ehren von Marcelle Cahn

„Mein erstes räumliches Werk stammt aus dem Jahr 1961. Eigentlich war es zunächst eine Collage-Reliefarbeit. Ich hatte es mit kleinen beweglichen Seitenwänden gestaltet und zeigte es Honegger. Er war sofort begeistert von dieser Sache, nahm sie mit und brachte sie mir auf einem kleinen Sockel montiert wieder zurück.“ (1)

Ein „Spatial“ ist eine Konstruktion im Raum, das Modell einer Skulptur, eine Form der „konstruktiven Abstraktion“ – eine abstrakte Skulptur, die den Raum öffnet und die Vorstellungskraft des Betrachters anregt.

Daniel Abadie schreibt hierzu:
„… das gesamte Bild wird zum Relief; jedes Element trägt nicht mehr nur zur Animation, sondern zur Erschaffung der Oberfläche bei: Farben, Reliefs, die Artikulation der Ebenen untereinander – alles wirkt zusammen, um den Begriff des Hintergrunds aufzuheben, der der bemalten Leinwand inhärent ist. Die Arbeit der Künstlerin ist nichts anderes als eine intensive Spekulation über alle Formen, Positionen, Schatten, Interaktionen sowie über die vorhersehbare Bewegung des Betrachters… So offenbaren diese Signal-Werke ihre tiefe Verwandtschaft mit der Architektur und ihr geheimes Ziel: die individuelle Kunst zu überwinden, sich der Stadt zu öffnen, einen Raum zu erfinden und ihn bewohnbar zu machen.“ (2)

Zwei der „Spatiaux“ von Marcelle Cahn wurden noch zu Lebzeiten der Künstlerin als Großskulpturen im Rahmen des Kunst-am-Bau-Programms („1% artistique“) für öffentliche Einrichtungen realisiert, unter Mitwirkung von Gottfried Honegger und Serge Lemoine.


Klicken Sie auf die Miniaturen der räumlichen Werke, um sie zu vergrößern.

(1) Autobiografischer Bericht von Marcelle Cahn, veröffentlicht im Katalog von 1972 anlässlich der vom Centre National d’Art Contemporain organisierten Wanderausstellung über ihr Werk.
(2) „Les espaces de Marcelle Cahn“ im Katalog zur Wanderausstellung der Werke von Marcelle Cahn, herausgegeben vom Musée des Beaux-Arts in Dijon, 1972.